An der Tempelpforte:

„Hier gilt nicht Prunk, nicht leerer Schein; Dein Herz soll unser Bruder sein“

Freimaurer wird man durch Annahme in eine Loge und Aufnahme in den Freimaurerbund. Zwar tritt man automatisch auch einem Verein nach deutschem Recht bei, aber es versteht sich, dass eine solche Auf- und Annahme als Bruder anders ist als der Eintritt in einen Sport- oder Gesangsverein.

Freimaurerlogen sind Männervereinigungen und der Eintritt für Frauen ist nicht möglich. Dem neuen Bruder Lehrling wird ein Bürge zu Seite gestellt. Es ist unerheblich, aus welcher sozialen Schicht er stammt: „ein freier Mann von gutem Rufe“ bezieht sich auf die Fähigkeit, für sich und seine Familie sorgen zu können und  ohne Vorstrafen zu sein.

Wie in anderen Vereinen wird von jedem Bruder erwartet, dass er die Mittel für die Arbeit in seiner Loge und der Großloge erbringen kann – jeder nach seinen Möglichkeiten. Hinzukommen Leistungen und Spenden für karitative Projekte. Art und Höhe dieser Beiträge legt jeder Bruder für sich fest, ohne dass er darüber im Kreis der Bruderschaft Rechenschaft abzulegen hat.

Freimaurer zu werden bedeutet eine Lebensaufgabe für sich zu übernehmen. Ein Austritt ist möglich, wird aber als Kriterium oder „Rückfalllösung“ in der Vorgesprächen nicht als Option gehandelt. Ein Bruder bindet sich an die Loge durch Eid und soll die Loge „nicht ohne Not“ verlassen. Die geforderte Verschwiegenheit bezieht sich auf das rituelle Geschehen und soll Außenstehenden nicht zugänglich gemacht werden.

Verschwiegenheit ist eine Tugend, die vom neu aufgenommenen Bruder verlangt wird. Ohne diese Verschwiegenheit kann kein Vertauen wachsen. Geheimnisse, die es zu wahren gilt, gibt es nicht. Wer vom „Geheimnis der Freimaurer“ spricht, meint das Erleben während des Rituals und diese Empfindungen können nur schwer in Worten vermittelt werden. Publikationen, nachzulesen in Universitätsbibliotheken, lassen das Freimaurertum daher nüchtern erscheinen.